Was ist Krav Maga?
Krav Maga (hebräisch „Kontaktkampf“) ist ein Selbstverteidigungssystem aus Israel. Es setzt auf einfache, schnell erlernbare Reaktionen gegen typische Angriffe – Schläge, Würgegriffe, Umklammerungen und Bedrohungen mit Waffen. Entwickelt hat es Imi Lichtenfeld (1910–1998).
Krav Maga ist kein Wettkampfsport. Es gibt kein einheitliches Regelwerk und keinen Weltverband; verschiedene Organisationen unterrichten eigene Lehrpläne mit eigenen Graduierungen.
Herkunft und Geschichte des Krav Maga
Imi Lichtenfeld wuchs in Bratislava auf und war in den 1930er-Jahren ein erfolgreicher Boxer und Ringer. Bei Auseinandersetzungen mit antisemitischen Schlägertrupps merkte er, dass sportliche Techniken allein nicht reichen. 1940 verließ er Europa und gelangte nach Palästina.
Dort unterrichtete er Nahkampf für die Haganah und später für die israelische Armee, deren Chefausbilder er bis 1964 war. Danach passte er das System für Zivilpersonen an. Ab den 1980er-Jahren verbreiteten seine Schüler Krav Maga weltweit; heute gibt es zahlreiche Organisationen mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1930er | Imi Lichtenfeld ist Boxer und Ringer in Bratislava |
| 1940er | Flucht nach Palästina, Nahkampfausbilder der Haganah |
| bis 1964 | Chefausbilder für Nahkampf der israelischen Armee |
| ab 1964 | Anpassung des Systems für Zivilpersonen; später weltweite Verbreitung |
Prinzipien und Training im Krav Maga
Krav Maga folgt wenigen Grundsätzen: auf natürliche Reflexe aufbauen, Abwehr und Gegenangriff möglichst gleichzeitig ausführen, auf verletzliche Ziele gehen und die Situation so schnell wie möglich verlassen.
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Schutzreaktionen | Abwehr von Schlägen und Tritten auf Basis natürlicher Reflexe |
| Befreiungen | Lösen aus Würgegriffen, Umklammerungen und Haltegriffen |
| Schlagtechniken | Einfache Schläge, Ellbogen, Knie und Tritte |
| Bodenverteidigung | Schutz und Aufstehen nach einem Sturz |
| Waffenbedrohung | Abwehr bei Bedrohung mit Messer, Stock oder Schusswaffe |
| Stressübungen | Training unter Ermüdung, Lärm und Zeitdruck |
| Szenarien | Übungen mit realistischen Situationen und mehreren Personen |
So läuft eine typische Krav-Maga-Einheit ab: Aufwärmen, Schlag- und Tritttechnik an Pratzen, Befreiungen und Abwehrtechniken mit Partner, dann Drills unter Stress oder Szenarien. Fortgeschrittene üben die Abwehr gegen Waffen mit Trainingsattrappen.

Wofür wird Krav Maga trainiert?
- Selbstverteidigung: Krav Maga ist ausschließlich dafür gedacht: schnell handlungsfähig werden und Situationen verlassen.
- Berufliche Anwendung: Varianten werden für Militär, Polizei und Sicherheitsdienste unterrichtet.
- Selbstvertrauen: Viele trainieren Krav Maga, um sich sicherer zu fühlen.
- Fitness: Drills und Stressübungen sind körperlich fordernd.
- Wettkampf: Gibt es nicht; Krav Maga kennt kein sportliches Regelwerk.
Stärken und Grenzen von Krav Maga
Stärken
- Klarer Selbstverteidigungsfokus ohne sportliche Regeln.
- Einfache, schnell lernbare Techniken.
- Training unter Stress und mit realistischen Szenarien.
Grenzen
- Kein einheitliches System; Qualität und Inhalte hängen stark von Organisation und Trainer ab.
- Ohne freies Sparring fehlt oft die Überprüfung gegen echten Widerstand.
- Keine Technik garantiert Sicherheit, vor allem nicht gegen Waffen oder mehrere Angreifer.
Für wen eignet sich Krav Maga?
Krav Maga eignet sich für Erwachsene und Jugendliche, die vor allem Selbstverteidigung lernen wollen und keinen Wettkampf suchen – unabhängig von Fitness und Vorerfahrung. Auch für Berufsgruppen mit erhöhtem Risiko gibt es spezielle Angebote.
Wer sich zusätzlich sportlich messen möchte, kann Selbstverteidigung mit Kampfsport wie Boxen, Kickboxen oder MMA ergänzen.
Krav Maga im Vergleich: MMA, Jiu-Jitsu und Wing Chun
Krav Maga ist ein Selbstverteidigungssystem, MMA ein Kampfsport. Beide haben ihre Berechtigung, verfolgen aber unterschiedliche Ziele.
| Krav Maga | MMA | Jiu-Jitsu | Wing Chun | |
|---|---|---|---|---|
| Ziel | Selbstverteidigung | Sport unter Regeln | Selbstverteidigung | Nahkampf / Selbstverteidigung |
| Sparring | je nach Schule | zentral | je nach Schule | je nach Schule |
| Waffenabwehr | ja | nein | teils | selten |
| Wettkampf | nein | ja | je nach Verband | selten |
- Krav Maga und MMA: MMA trainiert unter Regeln gegen vollen Widerstand, Krav Maga ohne Regeln mit Fokus auf Flucht und Waffenabwehr. Für Selbstverteidigung ergänzen sich beide.
- Krav Maga und Jiu-Jitsu: Beide sind Selbstverteidigungssysteme; Jiu-Jitsu legt mehr Gewicht auf Hebel und Würfe.
- Krav Maga und Wing Chun: Wing Chun ist eine traditionelle chinesische Kampfkunst mit Formen; Krav Maga ein modernes, formloses System.
Welche Rolle spielt Krav Maga bei Martial Arts Systematics?
MAS ist keine Krav-Maga-Schule und bietet keine Krav-Maga-Kurse oder -Graduierungen an. Martial Arts Systematics ist eine übergeordnete Systematik, die Kampfsport, Selbstverteidigung und Waffenkampfkunst getrennt betrachtet.
In der Selbstverteidigung teilt MAS wichtige Ziele mit Krav Maga: Gefahren früh erkennen, vermeiden oder verlassen, notfalls einfach und entschlossen handeln und dabei mit einem stärkeren Gegenüber, mehreren Personen oder Gegenständen rechnen. Dazu gehören Deeskalation, Befreiungen, Bodenverteidigung und das Wissen um Verhältnismäßigkeit und rechtliche Grenzen.
Wer ausschließlich Krav Maga als Verbandsstil lernen möchte, braucht einen entsprechenden Anbieter. Wer stilübergreifende Selbstverteidigung und auf Wunsch auch Kampfsport trainieren will, findet bei MAS einen eigenen Ansatz.
Häufige Fragen zu Krav Maga
Was bedeutet Krav Maga?
Krav Maga ist Hebräisch und bedeutet „Kontaktkampf“ oder „Nahkampf“.
Wer hat Krav Maga entwickelt?
Imi Lichtenfeld (1910–1998), ein Boxer und Ringer aus Bratislava. Er entwickelte das System ab den 1940er-Jahren für die Haganah und die israelische Armee und passte es später für Zivilpersonen an.
Ist Krav Maga gut für Selbstverteidigung?
Krav Maga ist dafür gemacht. Wie gut es hilft, hängt stark von Trainer und Trainingsform ab, besonders davon, ob gegen echten Widerstand und unter Stress geübt wird. Keine Technik garantiert Sicherheit.
Gibt es im Krav Maga Wettkämpfe?
Nein. Krav Maga hat kein sportliches Regelwerk und keinen Weltverband.
Was ist besser für Selbstverteidigung: Krav Maga oder MMA?
Beide verfolgen unterschiedliche Ziele. MMA trainiert gegen vollen Widerstand unter Regeln, Krav Maga Szenarien ohne Regeln. Für Selbstverteidigung ist eine Kombination aus beidem sinnvoll, ergänzt um Gefahrenvermeidung und Deeskalation.
Ist Krav Maga für Frauen geeignet?
Ja. Einfache Techniken und der Fokus auf Flucht und Kompensation von Kraftunterschieden sind gerade für Frauen relevant.
Kann ich bei MAS in Graz Krav Maga lernen?
Nein. MAS bietet keine Krav-Maga-Kurse oder -Graduierungen an. MAS unterrichtet ein eigenständiges, stilübergreifendes Selbstverteidigungskonzept mit ähnlichen Zielen.
Wie schnell lernt man Krav Maga?
Grundlegende Reaktionen lernt man in wenigen Monaten. Damit sie unter Stress zuverlässig abrufbar sind, braucht es regelmäßiges Training über längere Zeit.
Fazit
Krav Maga ist ein modernes Selbstverteidigungssystem mit klarem Praxisfokus, einfachen Techniken und Stresstraining. Seine Qualität hängt stark vom Anbieter ab, und keine Technik garantiert Sicherheit. Wer stilübergreifende Selbstverteidigung mit ähnlichen Zielen sucht, kann das Konzept von Martial Arts Systematics in Graz kennenlernen.
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- Jiu-Jitsu – Selbstverteidigung mit Hebeln und Würfen
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- Kali, Arnis, Escrima – Stock- und Messerkunst
- Martial Arts Systematics · Kampfsport · Selbstverteidigung bei MAS
